Feuershow / Feuertanz


Eine heutzutage sehr beliebte Darbietung auf Hochzeiten, Betriebsfeiern, Weihnachtsmärkten und vielen anderen Veranstaltungen ist die Durchführung einer Feuershow. Die Artisten hantieren dabei mit brennenden Gegenständen, die sie durch die Luft wirbeln. Diese Art des Feuerumgangs sieht spektakulär aus, aber sollte nur von jenen betrieben werden, die ihr Handwerk verstehen, da sie andernfalls mit erheblichen Gefahren verbunden ist.

 

Den Ursprung dieser Feuerartistik dürfte man gemäß Dorothee Kaden nach einem Bericht des Senders ARTE aus dem Jahre 2010 bei unseren Vorfahren suchen, die vermutlich brennende Stöcke benutzten, um sich damit vor wilden Tieren zu schützen und diese zu vertreiben. Schätzungen zur Folge könnte daraus in unterschiedlichen Kulturen ein Ritual entstanden sein. „In späteren Jahrhunderten (n. Chr.) benutzten Gaukler und Marktreisende das Feuer als Attraktion und Animation für das Publikum“ (Fonger, 2006, S.14).

 

Die Geschichte des Poi, einem Element der Artistik zur Darbietung von Bewegungskunst, sucht man bei den Maori in Neuseeland. Poi bedeutet übersetzt „Ball“. Man geht davon aus, dass der Poi-Tanz ursprünglich von den Frauen dazu benutzt wurde, um die Beweglichkeit der Hände zu erhalten. Die Männer hingegen trainierten damit ihre erforderliche Stärke und Koordination, die sie im Kampf benötigten.

 

Exkurs:

Wenngleich nicht mit Feuer, aber so wird heutzutage das Poispiel in einer anfänglichen Form auch in der Kinder- und Seniorenbetreuung, sowie zur Nachsorge von Reha-Patienten eingesetzt.

Feuerpoi
Abb. Feuerpoi (eigenes Bild)

Innerhalb der Feuerartistik gibt es nahezu keine Grenzen. Alles, was dem brennenden Geist einfällt, ist grundsätzlich möglich. In Bezug auf das Spiel mit dem Feuer existieren daher neben Poi noch Stäbe, Jonglagebälle, Keulen, Diabolo, Hula-Hoop, Devil-Sticks, Tanztackeln, Springseile und vieles andere mehr. Zu den Klassikern gehören das Feuerspucken und Feuerschlucken, wobei diese Künste bei falscher Ausführung absolut lebensgefährlich (!) sind. Ein weiteres Element ist das Körperfeuer. Dabei wird eine brennende Fackel über die Haut gezogen und lässt für eine kurze Zeit eine Flammenspur auf eben dieser zurück. Dass sich die Artisten dabei nicht verletzen, ist durch chemisch-physikalische Gesetzmäßigkeiten erklärbar.

 

Per Gesetz gehören die Tätigkeiten innerhalb der Feuershow zu den sogenannten feuergefährlichen Handlungen. Eine spezielle Ausbildung ist dafür nicht erforderlich, wobei es neben intakten körperlichen und geistigen Fähigkeiten und Fertigkeiten durchaus empfehlenswert ist, sich von erfahrenen Artisten in die Technik einweisen zu lassen.

 

Die überwiegende Mehrheit der Feuerartisten in Deutschland wird diese Beschäftigung nebenberuflich ausüben, wobei es durchaus einige Personen und Gruppen gibt, die dadurch ihren Lebensunterhalt verdienen. Diejenigen, die ihr Handwerk verstehen, werden dabei nicht nur auf  Sicherheit und Umweltschutz achten, sondern haben eine spezielle Künstlerhaftpflichtversicherung abgeschlossen. All diese Faktoren werden sich zwar preislich niederschlagen, allerdings darf der Verbraucher in der Regel darauf vertrauen in Experten investiert zu haben, sodass er sich zurücklehnen und eine wirklich tolle Show genießen kann.

 

Tipps zur Buchung einer Feuershow:

Sie wollen eine Feuershow buchen und haben einen Anbieter dafür gefunden? Prima! Prüfen Sie noch folgende Faktoren. Beantwortet der Anbieter eine dieser Fragen mit "Nein", sollten Sie ggf. besser die Finger davon lassen.

  • Liegt eine gültige (Künstler-)Haftpflichtversicherung vor?
  • Kann der Anbieter Ihnen eine Rechnung schreiben?
  • Ist der Anbieter in Erste Hilfe geschult?

Nicht alle Artisten treten jedoch mit der Feuerartistik auf. Für einige ist es lediglich ein Hobby, welchem sie mit Begeisterung und Leidenschaft nachgehen. In Deutschland und auch in Europa gibt es inzwischen unzählige Treffen, sogenannte Conventions, auf denen sich die Künstler austauschen und gemeinsam von und miteinander lernen. Die Treffen werden über das Internet in Foren (z. B. Firesouls) oder Social Media (z. B. Facebook) beworben. Hier finden Interessenten auch eine erste Anlaufstelle für den Einstieg in das Spiel mit dem Feuer.