Feuerselbstreproduktion


Charakteristisch für Feuer ist die Eigenschaft sich selbst reproduzieren zu können. In der Literatur wird sogar darüber diskutiert, ob Feuer einem Lebewesen gleichgesetzt werden kann. Ein Lebewesen ist durch Stoffwechsel, Fortpflanzung und Evolution definiert. Der Stoffwechsel bezeichnet dabei die Fähigkeit Stoffe aufzunehmen, sie zu transportieren, chemisch umzuwandeln und sie anschließend wieder an die Umgebung abzugeben. Feuer erfüllt dabei all diese Eigenschaften, denn es nimmt brennbare Stoffe und Sauerstoff auf, wandelt diese in chemischen Prozessen um und transportiert Wärme und Licht. Als Stoffwechselendprodukt, welches wieder an die Umgebung abgegeben wird, kann die Asche angesehen werden. Feuer ernährt sich und benötigt für seine Existenz ebenfalls Sauerstoff zwecks Atmung. Mittels der Funken oder in der Nähe befindlicher brennbarer Materialen ist es dem Feuer möglich sich auszubreiten bzw. sich fortzupflanzen. Darüber hinaus reproduziert es sich unmittelbar während des Verbrennungsvorgangs selbst.

„Die chemische Oxidation der Flamme setzt in der kurzen Zeit, in der sie abläuft, mehr Wärme frei, als für die Oxidation von ein paar Molekülen benötigt würde. Die Temperatur der Flamme steigt bei dieser Wärmefreisetzung so rasch und stark an, dass durch den lokal verfügbaren Wärmeüberschuss zusätzliches brennbares Material in den Zustand versetzt werden kann, bei dem es selbst oxidiert. Dazu ist es notwendig, den Brennstoff zu verdampfen. Die Flamme, das Feuer, erhält sich, solange genügend brennbares Material angeboten wird, auf diese Weise selbst am Leben“ (Treumann, 2001, S. 215). Die lokalisierte Wärme wird so zum Nachschub von brennbarem Material und zu seiner Zündung verwendet. Nur das Kriterium der Evolution, bei der es darauf ankommt genetische Merkmale von Generation zu Generation zu vererben, kann vom Feuer nicht erfüllt werden.